Kurzchronik der Jahre 1911 bis 1986

1911    Der Verein wird als reiner Turnverein gegründet. Dies wohl bereits in der ersten Jahreshälfte, da wir bei unseren Recherchen in einem Zeitungsbericht vom 19. Juli 1911 die erste namentliche Nennung gefunden haben.

 

Bereits in dieser Anfangsphase zeigen die Mitglieder ein reges Interesse am Vereinsleben. Dies wird in einem Bericht zur ersten Veranstaltung des Vereins deutlich (Volksblatt – Schwäbisches Echo).

1914    Das Gauturnfest soll durch den Verein ausgerichtet werden. Die Planungen sind gerade abgeschlossen als die Mobilmachung ausgerufen wird. Somit waren alle Bemühungen umsonst.

Der Panamakanal wird eröffnet

1918    Der Neubeginn nach dem Krieg war mit unendlichen Schwierigkeiten verknüpft.

Der russische Zar Nikolaus II wird mit seiner gesamten Familie ermordet.

1924    Am 26.01.1924 ist in den Chroniken der erste Eintrag zu einer Fußballabteilung, die 1925 die Meisterschaft errang.

Olympische Spiele in Paris ohne Deutschland  (Star ist Johnny Weissmueller - Schwimmen)

 1926    „In den Hölzern“ werden unter schwersten Voraussetzungen die ersten Räumlichkeiten zum Umkleiden und für Gerätschaften hergestellt.

      

Krupp erfindet den Hartstahl "Widia".

1932    Das Handballspiel wurde im Nagoldgau stark gefördert, weshalb diese Sportart auch in die Aktivitäten des VfL aufgenommen wurde.

Erste Autobahn zwischen Köln und Bonn.

1938    Drei Hochdorfer Vereine schließen sich zusammen.

1940    Erste Änderung des Sport- und Gerätehauses (Abbruch), da der Sportplatz neu gerichtet wurde. Der neue Sportplatz wurde am 29.09.1941 eingeweiht. Das neue Sporthaus konnte jedoch erst im Jahr 1948 fertig gestellt werden.

1945    Nach dem Krieg war das Turnen durch die Besatzungsmächte verboten. Zunächst wurde der Fußball wieder ins Leben gerufen. Wie bei fast allen Vereinen erfolgte in diesem Zusammenhang die Umbenennung in Verein für Leibesübungen Hochdorf 1911 e.V. oder kurz VfL Hochdorf.

In Großbritannien erscheint die Erstauflage von George Orwells Roman "Animal Farm". Aufgrund seines Inhaltes wurde der Roman als Parabel auf die Geschichte der Sowjetunion interpretiert, bei der auf die vom Volk getragene Oktoberrevolution letztlich die diktatorische Herrschaft Stalins folgte.

1951    Das 40-jährige Jubiläum wird gefeiert.

In Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern stimmen die Wahlberechtigten mit überwältigender Mehrheit in einer Volksabstimmung für die Vereinigung der drei Länder zu einem Bundesland. Das Bundesland Baden-Württemberg wird daraufhin am 25. April 1952 gegründet..

 1954    Die Abteilung Tischtennis wird unter der Leitung von Ludwig Kläger gegründet. Mit dem Ende des Engagements von Ludwig Kläger schläft diese Sportart jedoch im Jahre 1964 wieder ein.

"Tag der Deutschen Einheit" zum ersten Mal Feiertag. Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland im Gedenken an den Volksaufstand der DDR als Siebzehnter Juni 1953 der gesetzliche Feiertag, ebenfalls mit dem Namen „Tag der deutschen Einheit“. Nach der Wende war ursprünglich der Tag des Mauerfalls von 1989, der 9. November, als Nationalfeiertag vorgesehen. Wegen der Datumsgleichheit mit dem Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923 sowie der Novemberpogrome 1938 galt dieses Datum als ungeeignet, so dass der 3. Oktober, der Tag an dem die deutsche Einheit vollzogen wurde, als Nationalfeiertag festgelegt wurde.

 1961    Unter der Führung von Gebhard Katz wird Faustball wieder in die Abteilung Turnen eingegliedert und löst 1966 diese als Abteilung ab.

 Zentrales politisches Ereignis dieses Jahres ist der Bau der Berliner Mauer.

1964    In der Generalversammlung wird der Bau eines neuen Sportheims beschlossen. Die Umsetzung erfolgte in den Jahren 1965 bis 1967. Hierfür mussten Schulden gemacht werden, die dann laut einem Protokoll endlich im Jahr 1973 getilgt waren.

Durch Beschluss der Bundesregierung wird die "Stiftung Warentest” ins Leben gerufen.

In der DDR rollt der erste "Trabbi" vom Band.

1967    In diesem Jahr wurde mit der erneuten Gründung einer Damenhandballmannschaft der Grundstein für die heutige Abteilung Breitensport gelegt.

Die Sekunde wird neu definiert als die Zeit, in der von heißem Cäsium emittierte Mikrowellen 9.192.631.770mal schwingen.

1977    Am 12. März diesen Jahres wird die Abteilung Tennis gegründet. Die Gründungsversammlung fand im Brauereigasthof Krone statt. Kurze Zeit später wurden auch die ersten Tennisplätze mit großem Einsatz der Abteilungsmitglieder realisiert.

Dieter Müller schießt 6 Tore im Bundesligaspiel 1. FC Köln gegen Werder Bremen (Endstand 7:2), eine bis heute unerreichte Leistung.

1980    Bereits 7 Jahre nach der Schuldentilgung erwies sich das Sportheim als zu klein und eine Erweiterung wurde fällig. Diese wurde dann 1984 abgeschlossen.

Ohne die USA und mehr als 50 weitere Nationen, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, wurden die Olympischen Sommerspiele in Moskau eröffnet. Grund für den durch den US-amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter initiierten Boykott war der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan im Dezember 1979.

1985    Im Zusammenhang mit der Erweiterung des Sportheims erfolgte auch eine komplette Erneuerung der Sportanlagen in den Hölzern. Neben dem Rasenspielfeld wurden auch die Anlagen der Leichtathletik komplett erneuert.

Das zweite rein durch Werbung finanzierte Satelliten- und Kabel-Fernsehprogramm SAT 1 geht auf Sendung. 

Der erst 17jährige Boris Becker gewinnt am 7. Juli als erster Deutscher das Tennisfinale in Wimbledon. 

13. Juli - In Paris überquert der ukrainische Stabhochspringer Serhij Bubka in einem Hallenwettbewerb als Erster in seiner Sportart die 6 Meter Marke.

Das Wrack der 1912 gesunkenen Titanic wird gefunden.

1986    Der VfL feiert seinen 75. Geburtstag.

Am 26.4. explodiert um 01:23 Ortszeit Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl beim ukrainischen Kiew.

Die Geschehnisse der letzten 25 Jahre

Es stand eine eher kritische Phase des Vereins bevor. Die finanzielle Situation war nicht rosig und führte unter der damaligen Vorsitzenden Juliane Behlau zu einer komplett neuen Organisationsform im Verein. Es wurde in der Vereinssatzung festgelegt, dass alle Abteilungen künftig eigenverantwortlich für die Finanzierung ihrer Kosten aufkommen müssen. Dies war zunächst nicht einfach umzusetzen, da die Verantwortlichen bisher keine Erfahrungen in diesem Bereich hatten. Die Änderung führte jedoch sehr schnell zum Erfolg und die finanzielle Situation des Vereins wurde wieder deutlich stabiler. Hierdurch war der Grundstein für das weitere Bestehen des Vereins gelegt.

Im Jahr 1992 erfolgte die Trennung von der Abteilung Tennis, die sich auf Grund der stetig wachsenden Mitgliederzahlen dazu entschlossen hat, künftig in einem eigenen Verein aktiv zu sein. Die Veränderung wurde einvernehmlich zwischen beiden Vereinen vollzogen. Die Beziehungen werden bis heute auf partnerschaftlicher Basis gepflegt. Im Zuge dieser Trennung erfolgte der Anbau von weiteren Duschmöglichkeiten an das Sportheim, die bis heute an den TC Hochdorf zur Nutzung vermietet sind.

In den folgenden Jahren wurden von den Abteilungen immer mehr Aktivitäten vor allem im Bereich der Jugend entwickelt. Dem ständig wachsenden Bedarf an Räumlichkeiten für Gerätschaften konnte nur durch den Anbau eines Geräteschuppens gerecht werden. Diese Maßnahme wurde im Jahr 1995 umgesetzt und sehr großzügig gehalten, so dass bis heute kein weiterer Bedarf in dieser Hinsicht entstanden ist. In den 90ern war zudem der Umweltschutz in aller Munde. Von dieser allgemeinen Tendenz ließ sich der VfL ebenfalls anstecken und änderte seine Wärmeversorgungstechnik von Gas auf Solar in Kombination mit einer zentralen Ölheizanlage. Dies erforderte entsprechende Räumlichkeiten, die im Keller realisiert wurden. Einige Jahre zuvor mussten die Sportler noch 10-Pfennig-Stücke mitbringen, damit sie die Duschen in Gang setzen konnten. Jetzt war der von zu Hause gewohnte Standard auch im Sportheim angekommen.

 

1997 erfolgte dann die vorerst letzte Erweiterung der Räumlichkeiten durch den Bau eines überdachten Leergutschuppens an der Rückseite des Sportheims. Im Jahreswechsel 2009 / 2010 wurde der Gastraum des Sportheims einer Renovierung unterzogen. Unter der Leitung von Angelika Braunhuber wurde der Innenraum komplett neu gestaltet. Hierzu wurden etliche Stunden von freiwilligen Helfern geleistet. Der jetzt deutlich hellere Raum lädt wieder zu einem längeren Verweilen in unserer Gaststätte ein.

Als nächste größere Maßnahme im Zusammenhang mit dem Sportheim stand in 2010/2011 der gesetzlich verordnete Anschluss des Abwassers an das öffentliche Netz an. Auf Grund der tiefen Lage des Sportgeländes musste dies über Steigleitungen mit Zerkleinerungs- und Pumpanlagen realisiert werden.